Glossar

 

A

Abort Fehlgeburt, man unterscheidet oft Früh- und Spätabort

Aktionismus betriebsames, unrefl ektiertes, oft zielloses Handeln ohne Konzept; Überaktivität

Alphafetoprotein (AFP) Alphafetoprotein (AFP) ist ein Bluteiweiß, das im Dottersack, in der Leber und im Verdauungstrakt des Feten gebildet wird. Über die Urinausscheidung des Feten gelangt das Protein ins Fruchtwasser und damit in den Blutkreislauf der Schwangeren. Im Rahmen der Pränataldiagnostik werden beim Ersttrimester-Test oder Triple-Test, einem Bluttest, die Werte des Alphafetoproteins im Blut der Schwangeren bestimmt. So können hohe Werte auf eine Entwicklungsstörung des fetalen Neuralrohrs (z. B. Spina bifi da) oder auf eine Mehrlingsschwangerschaft hinweisen. Unterdurchschnittliche Werte hingegen können z. B. ein Hinweis auf das Down-Syndrom sein.

Ambivalenz Nebeneinander von gegenteiligen Gefühlen, Gedanken und Wünschen, „Hin-und-her-gerissen-Sein“

Amnion (innere Eihaut) Das Amnion ist die innere Eihaut, die die Fruchtblase umschließt. Seine Zellen sondern das Fruchtwasser ab.

Amniozentese invasive Methode der Fruchtwasseruntersuchung, bei der durch eine Spritze durch die Bauchdecke der Mutter hindurch Fruchtwasser gewonnen und anschließend auf Chromosomenanomalien hin untersucht wird

Anämie Blutarmut

Anenzephalus angeborene Gehirnfehlbildung, bei der der Schädelknochen nicht angelegt ist und das Großhirn sich nicht entwickeln kann

Ätiologie Entstehungsgeschichte

ätiologisch die Entstehungsgeschichte betreffend

Atresie angeborenes oder erworbenes Fehlen oder Verschluss einer Körperöffnung oder eines Hohlorganes

Ausschabung Die Ausschabung, auch Auskratzung oder Kürettage genannt, ist ein Verfahren zur Gewinnung beziehungsweise Entfernung von Gewebe mit einem scharfen oder stumpfen Instrument. Eine Ausschabung wird etwa nach einer Fehlgeburt zur Entfernung von in der Gebärmutter verbliebenen Gewebeteilen vorgenommen.

 

B

Bauchwandbruch unvollständiges Schließen der Bauchwand des ungeborenen Kindes, ggf. Vorfall von Magen oder Darmschlingen; vgl. Omphalozele und Gastroschisis

bilateral beidseits, auf beiden Seiten

biochemische Diagnostik Bestimmung von Enzymaktivitäten in Fetalblut, Fruchtwasser und Chromozotten, im mütterlichem Blut, Bestimmung von Hormonen sowie Eiweiß- und Elektrolytkonzentrationen

 

C

Cardiotocogramm (CTG) Ableitung der kindlichen Herztöne in Kombination mit Wehenschreiber über den Bauch der Mutter

Chorion medizinische Bezeichnung für Zottenhaut

Chorionzotten Ausstülpungen der äußeren Eihaut, die an der Gebärmutterwand anhaften und mit ihr die Plazenta bilden

Chromosomen Träger des Erbgutes

chromosomal mit den Chromosomen zusammenhängend

 

D

DNA/DNS „desoxyribonucleic Acid“, Desoxyribonucleinsäure Träger der Erbinformation, genetischer Code, für jeden Menschen einzigartig

dorsal hinten, auf der Rückseite

Dysplasie Fehlbildung, Fehlentwicklung von Geweben oder Strukturen

 

E

Embryo, Embryonalzeit Frucht, Keimling, von der Befruchtung bis zur 8. Schwangerschaftswoche

empathisch, Empathie Einfühlungsvermögen

 

F

fetal den Feten betreffend; in der Zeit zwischen der 9. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt

Fetalzeit Zeitspanne zwischen 9. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt

Fetalchirurgie operative Eingriffe am ungeborenen Kind, zu einem Zeitpunkt, zu dem sich das Kind noch im Mutterleib befindet, man unterscheidet offene F., bei der die Bauchhöhle der Mutter geöffnet wird, von fetoskopischer F.

fetoskopisch Therapiemethode, bei der das ungeborene Kind mithilfe von kleinen, durch Metallröhrchen durch den Bauch der Mutter bis in die Fruchtblase vorgeschobenen Instrumenten operativ versorgt werden kann. Es handelt sich bei fetoskopischen Eingriffen um eine sogenannte minimalinvasive Methode.

Fetozid gezielte Tötung eines Kindes im Mutterleib

Fetus/Fet Bezeichnung für die Leibesfrucht in der Gebärmutter nach Abschluss der Organbildung, also von der 9. Schwangerschaftswoche an

Frühscreening Das Früh- oder Ersttrimester-Screening ist eine Kombination von Untersuchungen im ersten Schwangerschaftsdrittel (spezielle Ultraschalluntersuchung plus „Altersrisiko“ der werdenden Mutter plus Blutuntersuchung). Es dient der Erkennung kindlicher Chromosomenstörungen.

 

G

Gastroschisis Fehlbildung der Bauchwand beim ungeborenen Kind mit Vorfall von Darmschlingen

Gestose Erkrankung der Schwangeren, ursächlich durch die Schwangerschaft bedingt

Gyrieungsstörungen fehlerhafte Ausbildung der Gehirnwindungen

 

H

hämodynamisch den Blutfluss betreffend

Hernie Bruch, z. B. in einem Muskel wie dem Zwerchfell oder der Leiste; durch die Lücke können Organe oder Organteile treten

Hydrocephalus (1. e vacuo) „Wasserkopf“, Hirnkammerweitstellung (2. internus) hypoplastisch unvollkommen ausgebildet, unterentwickelt

 

I

immunologisch das Immunsystem betreffend

infantil „zurückgeblieben“, kindlich

infaust ungünstig, aussichtslos; in der Pränataldiagnostik: Es ist vom Tod des Kindes spätestens nach der Geburt auszugehen.

infertil unfruchtbar

Insuffizienz Unzulänglichkeit; eingeschränkte Funktionsfähigkeit

in utero/intrauterin im Mutterleib; in der Gebärmutter (Uterus)

invasiv in den Körper oder ein Gefäß eindringend, Gegenteil: nicht invasiv; in der Pränataldiagnostik: Untersuchungsmethoden, die das Gewinnen von Fruchtwasser oder kindlichem Blut oder Zellen durch Eindringen in den Körper der Mutter z. B. mit einer Kanüle ermöglichen; Beispiele: Amniozentese, Chorionzottenbiopsie

Inzidenz Auftreten

isoliert einzeln auftretend, nicht im Komplex mit anderen Erkrankungen oder Fehlbildungen

 

K

Kaiserschnitt Beim Kaiserschnitt (auch Schnittentbindung, medizinische Bezeichnung: Sectio) wird die Bauchdecke im Bereich des unteren Teils der Gebärmutter geöffnet und das Kind aus der Gebärmutter herausgehoben. Die heute übliche Form des Kaiserschnitts ist die Misgav-Ladach-Methode. Ein Kaiserschnitt kann erforderlich werden, wenn aufgrund der anatomischen Gegebenheiten, z. B. bei einer Lageanomalie, eine normale Geburt nicht möglich ist, oder wenn der Geburtsvorgang aufgrund aufgetretener Komplikationen (drohender Sauerstoffmangel beim Kind) beschleunigt werden muss.

Karyotypisierung Chromosomenanalyse

Koagulation „Zusammenballung“, Verschließung

Kompression Verdichtung

komprimieren zusammendrücken

Kortikosteroide Hormone, die in der Nebennierenrinde gebildet werden

 

L

lege artis nach allen Regeln der Kunst

letal mit tödlichem Ausgang; tödlich; zum Tode führend

 

M

Magnetresonanztomografie (MRT) bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Strukturen im Inneren des Körpers (Synonym: Kernspintomografie)

Manifestation Erkennbarwerden von Erkrankungen

median in der Mitte gelegen, auf der Mittellinie, zur Mitte hin

Megalie Riesenwachstum, krankheitsbedingte Vergrößerung z. B. von Organen

molekulargenetische Diagnose Test und Techniken, um die Erbsubstanz (DNA oder RNA) von Krankheitserregern nachzuweisen (Viren, Bakterien, Tumorzellen und Krankheitsdispositionen)

minimalinvasiv am wenigsten eindringend, schonendes Operationsverfahren, meist endoskopisch

Monosomie ein Chromosom oder Teil eines Chromosoms ist nur einfach statt zweifach im Chromosomensatz vorhanden

multi- mehrfach

 

N

neonatal das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt bis zum 28. Lebenstag betreffend

Neonatologie Neonatologie ist ein Teilgebiet der Kinderheilkunde, das sich mit dem Neugeborenen in der sogenannten Neonatalperiode befasst. Ein neonatologisches Zentrum ist auf die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Neugeborenen ausgerichtet und meist in einer Geburts- oder Kinderklinik angesiedelt.

Neoplasie Neubildung, Tumor, durch gestörtes Zellwachstum bedingt, kann gutartig oder bösartig sein und jegliche Art von Gewebe betreffen

Neurologie, neurologisch Nervenheilkunde, die Nerven betreffend

nicht invasiv nicht in den Körper eindringend, äußerlich

 

O

Obduktion innere Leichenschau (Leichenöffnung) zur Feststellung der Todesursache und zur Rekonstruktion des Sterbevorgangs

Obstruktion Verlegung, Verstopfung

Omphalozele Nabelschnurbruch (Nabelschnurhernie): Fehlbildung der Bauchwand des ungeborenen Kindes; Bauchorgane (insbesondere Teile des Darms) treten durch den Nabel hervor und verbleiben in der sackartig aufgeblähten Nabelschnur

 

P

PAPP-A Das pregnancy-associated plasma protein A ist ein schwangerschaftsspezifisches Eiweiß, das von der Plazenta produziert wird und im mütterlichen Blutserum nachweisbar ist. Der PAPP-A-Test stellt einen Frühtest dar. Auswertung möglich zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche. Bei Down-Syndrom signifikant erniedrigt. In Kombination mit Bestimmung des freien hCG sowie Ultraschall und Altersrisiko der Mutter liegt die Erkennungsrate von Trisomie 21 bei ca. 90 %.

pathologisch krankhaft

Pätau-Syndrom Das Pätau-Syndrom (auch Trisomie 13) ist eine verhältnismäßig seltene Chromosomenabweichung, bei der das Chromosom 13 dreifach statt doppelt vorhanden ist. Das Pätau-Syndrom ist mit körperlichen Missbildungen und Fehlentwicklungen im Gehirn verbunden. Kinder mit einem Pätau-Syndrom haben nur eine geringe Lebenserwartung.

perinatal die Zeit um die Geburt herum betreffend, insbesondere ab der 28. Schwangerschaftswoche bis eine Woche nach der Geburt

Pfortader Vene, die sich erneut in ein Kapillargebiet aufzweigt

Plazenta Mutterkuchen, Nachgeburt

plazentar zur Plazenta gehörend, die Plazenta betreffend

Pleura deutsch Brustfell, eine dünne seröse Haut, die die Lungen überzieht (dieses Blatt ist das Lungenfell, fachsprachlich Pleura visceralis oder Pleura pulmonalis) und die Brusthöhle von innen auskleidet (das Brustfell im engeren Sinne oder präziser Pleura parietalis)

postnatal nach der Geburt

postpartal, post partum nach der Entbindung

Präklampsie erhöhter Blutdruck, Proteinurie (Eiweiß im Urin) und Ödeme (Wassereinlagerungen) bei einer schwangeren Frau

pränatal vor der Geburt

 

R

Remission Verbesserung, Heilung, Rückbildung

Retardierung Zurückbleiben in der Entwicklung (geistig, körperlich)

 

S

Shunt Kurzschlussverbindung, angeboren oder künstlich angelegt

Sonografie Ultraschall-Diagnostik ß-hCG hCG („human chorionic gonadotropin“) ist ein Hormon, das von der Plazenta produziert wird und dessen freie ß-Untereinheit im mütterlichen Blutserum nachweisbar ist; veränderungen der Konzentration dieses Hormons, inbesondere in Kombination mit PAPP-A, weisen auf das Vorliegen einer kindlichen Chromosomenstörung hin

Suizidalität Gefahr, den Versuch oder eine vollendete Selbsttötung zu unternehmen

Syndrom Symptomenkomplex

 

T

Teratogene Stoffe mit fruchtschädigender Wirkung, die insbesondere in der Frühschwangerschaft sehr weit reichende Fehlbildungen hervorrufen können; neben Medikamenten oder Drogen zählen dazu auch schädigende Umwelteinfl üsse

Thorax Brustkorb, Brustraum

thorakal den Brustraum betreffend

Thromboembolie ein anderer Begriff für Thrombose; eine Form der Embolie

Toxoplasmose Toxoplasmose ist eine häufig vorkommende Infektionskrankheit, die durch einen Parasiten verursacht wird. Die Übertragung erfolgt durch den Verzehr von rohem oder nicht genügend erhitztem Fleisch, durch den Kontakt mit Katzenkot oder durch den Verzehr von Obst oder Gemüse, das durch Katzenkot verunreinigt wird. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt und führen zu einer Immunisierung. Bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft besteht jedoch die Gefahr einer Übertragung auf den Feten. In diesem Fall kann es beim Kind zu schweren Schäden kommen, abhängig vom Zeitpunkt der Übertragung. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen wird daher das Blut der Schwangeren auf Toxoplasmose-Erreger untersucht, wenn der Verdacht auf eine Infektion besteht. Eine Infektion muss dann umgehend medikamentös behandelt werden.

Trimenon Schwangerschaftsdrittel, bestehend aus je drei Monaten

Triple-Test Test zur Identifi kation von Schwangeren, die ein statistisch gesehen erhöhtes Risiko haben, ein Kind mit Chromosomenstörungen zu erwarten. Durchführung: Blutuntersuchung der werdenden Mutter in der 15. bis 17. Schwangerschaftswoche. Bestimmung des Alpha-fetoproteins (Eiweiß) sowie der Hormone Östriol und hCG. Bei Auffälligkeiten wird weiterführende Diagnostik empfohlen.

Trisomie ein Chromosom oder ein Teil eines Chromosoms liegt dreifach statt zweifach in allen oder einigen Körperzellen vor

Trisomie 13 eine andere Bezeichnugn für das Pätau-Syndrom

Trisomie 18 eine andere Bezeichnung für das Edwards-Syndrom

Trisomie 21 eine andere Bezeichnung für das Down-Syndrom

Thromboembolie Einschwemmen eines Blutgerinnsels

 

U

Ultraschall Als Ultraschall wird Schall bezeichnet, der für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar ist (oberhalb 20 Kilohertz). Ultraschallwellen können sich in Gasen, Flüssigkeiten und Festkörpern ausbreiten.

univentrikulär lediglich eine funktionierende Herzkammer

Urethra Harnröhre

 

V

ventral vorne, auf der Bauchseite

Vulnerabilität Anfälligkeit, „wunde Punkte“, Verwundbarkeit

 

X

X-chromosomal über das X-Geschlechtschromosom vererbt

 

Z

Zotten „Ausstülpungen“, Gewebe der Gebärmutter oder auch des Darms

Zyste, zystisch flüssigkeitsgefüllte Blase an Organen oder der Haut